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flohmarkt / Antw:ON Cloudflow 4, Größe 42,5
« Letzter Beitrag von mister am 30.03.2025, 15:05:13 »Sehr gut.
PN kommt gleich
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flohmarkt / Antw:ON Cloudflow 4, Größe 42,5« Letzter Beitrag von mister am 30.03.2025, 15:05:13 »Sehr gut.
PN kommt gleich 2
flohmarkt / Antw:ON Cloudflow 4, Größe 42,5« Letzter Beitrag von saluto am 30.03.2025, 11:47:46 »Hallo Mister, würd mich interessieren und wäre am späten Nachmittag oft in der Nähe von Wien Mitte, lg
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flohmarkt / ON Cloudflow 4, Größe 42,5« Letzter Beitrag von mister am 27.03.2025, 21:28:33 »Seit Jahren waren die Cloudflow mein Standardschuh.
Vor kurzem waren wieder neue fällig und ich habe naiverweise online gekauft. Die Cloudflow 4 sind ein total anderer Schuh und nach einmal 10km laufen weiß ich, dass das keine Schuhe für mich sind. Also müssen sie wieder weg. Größe 42,5 Farbe: Quartz | Flame Fotos sind hier zu finden. https://www.willhaben.at/iad/kaufen-und-verkaufen/d/on-cloudflow-4-42-5-1233741734 Über den Preis können wir gerne reden. Übergabe gerne in Wien (Termin finden wir sicher) 4
berichte / Antw:2025-03-02 Tokyo Marathon - cbendl« Letzter Beitrag von Anna am 24.03.2025, 15:27:13 »Toller Bericht, Carola. Das macht Lust, auch selbst mal in Tokyo zu laufen. Kekse mit Streckenplan - genial
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berichte / Antw:2025-03-02 Tokyo Marathon - cbendl« Letzter Beitrag von nasmorn am 23.03.2025, 22:16:17 »You are the 1%.
Spannender Bericht. 6
berichte / Antw:2025-03-02 Tokyo Marathon - cbendl« Letzter Beitrag von cbendl am 23.03.2025, 20:30:57 » Rückblick
Anders als viele Poster fand ich den Tokio Marathon ein tolles Erlebnis. Die Sicherheitsbestimmungen, dass man keine Trinkflaschen, Soft Flasks oder Trinkblasen mitnehmen kann, stört mich nicht. Ich bin es gewohnt, auf die allgemeine Verpflegung zurückzugreifen. Dass ich anfangs nicht genug getrunken habe, war teils der Labestations -Organisation geschuldet, aber auch, dass ich selbst nicht schnell genug geschaltet habe, mir mehr Getränke zu nehmen. Publikum und Freiwillige fand ich sehr angenehm. Sehr motivierend, im Ziel freundlich, gute Stimmung – da hat es mir an nichts gefehlt. Selbst war ich in der letzten Stunde an der Strecke und habe die letzten Finisher angefeuert. Und da war ich nicht die einzige. Die Meckerer fanden das Publikum öd – ich kann das nicht nachvollziehen. Der einzige Haken aus meiner Sicht war, dass (wie ich später erfuhr) bei den Langsameren die Becher ausgingen. Dann bekamen die Teilnehmer*innen entweder Getränke in die Hände geleert oder sie liefen mit dem letzten Becher, den sie ergattern konnten, die restliche Strecke. Müllvermeidung in Ehren, aber das darf nicht passieren. Becher kann man auch auf Vorrat legen, an Getränken oder Bechern darf es nicht mangeln. Und da sehe ich nicht "die Schnellen" als die Bösen, weil sie mehrfach bei Getränken zugegriffen haben. Macht ja keiner aus Bosheit. Es war der wärmste Tokio Marathon der Geschichte, auch für solche Bedingungen muss vorgesorgt sein. Mein Fazit Es war nicht der "tollste" Marathon, den ich gelaufen bin, aber allein durch die Tatsache, dass sooo vieles ungewohnt war, wirklich beeindruckend. Ich könnte mir vorstellen, wieder zu starten – wenn ich die Gelegenheit dazu bekomme. Viele japanische Eigenheiten sind mir durchaus sympathisch, nicht zuletzt die ausgezeichnete Organisation (bis auf – eh klar – die Getränke(becher)). Es war der Lauf mit der größten Umstellung, der größten Unbekannten. Erstes mal in Japan, weiteste Anreise jemals, unbekannte Strecke, ungewohntes Essen – ein Grund mehr, mit meinem Ergebnis zufrieden zu sein. Mein Ergebnis Rang 94 (von 9430 Frauen) Rang 8 Altersklasse W-45 (von 1515) Rang 29 Semi Elite (von 104) 7
berichte / Antw:2025-03-02 Tokyo Marathon - cbendl« Letzter Beitrag von cbendl am 23.03.2025, 20:30:30 » Tokio Marathon 2025
So um das Jahr 2022 herum kam mir die Idee, doch auch mal Major Marathons laufen zu wollen. New York, Berlin und Boston waren, teilweise schon "ewig her", erledigt. In Chicago zu starten sollte auch keine Schwierigkeit sein, Good-for-Age-Qualifikation ist eine faire Chance. Dann waren da noch Tokio und London als Herausforderungen. Zum ersten Punkt also: Wie kommt man in Tokio rein? Vorweg: beim Tokio Marathon ist alles SEHR gut organisiert (naja, bis auf eine Ausnahme, dazu noch später). Deswegen gibt es auch ein tolles Flowchart, das die Optionen für die Teilnahme darstellt. ![]() https://www.marathon.tokyo/en/participants/pdf/entry-flow-en.pdf 1. Charity (Juni / Juli): Die Periode für Anmeldung als Charity Runner findet vor der Verlosung der Startplätze statt. Daher heißt es also abwägen: Den Charity Weg versuchen oder auf das Losglück hoffen? Ungewohnt, bei anderen, mir bekannten großen Marathons (z.B. Berlin, New York) ist es nicht so. Dafür soll der Beitrag, den man aufbringen muss, vergleichsweise (z.B. gemessen an Boston) niedrig sein. Ca. den doppelten Mindestbetrag muss man aber schon bieten, wie ich gelernt habe. Und ganz vor Ärger ist man auch nicht gefeit. Bei einem Freund von mir wurde der geforderte Betrag nach Zuschlag plötzlich erhöht. Er hat es trotzdem gemacht und nach diesem anfänglichen Ärgernis hat es auch gut geklappt. 2. RUN as ONE "Semi-Elite (Overseas)" (Anfang August): In Tokio gibt es keine Good-for-Age-Qualifikation (seufz), sondern nur je 25 Startplätze für die schnellsten ausländischen Männer und Frauen. Voraussetzung dafür waren für 2025: 2:28:00 für Männer und 3:09:00 für Frauen. Mindestvoraussetzung, wohlgemerkt. Umfragen in den einschlägigen FB-Gruppen haben ergeben, dass für Männer ca. 2:27 erforderlich war, für Frauen ca. 2:47. Die Damen, die sich gedacht haben "3:09 klingt ja nicht so arg, das könnte ich schaffen ..." Sorry! Ich hatte mich schon für 2024, damals mit einer Zeit von 2:51:58 im Gepäck, beworben. Da hieß es leider Nein. Mit 2:46:40 war ich aber 2025 dabei. 3. ONE TOKYO GLOBAL Member Entry (Anfang August): Über die ONE TOKYO GLOBAL Membership kann man über die Mitgliedschaft eine zusätzliche Loschance bekommen und über die Teilnahme an virtuellen Halbmarathons (soweit ich weiß) die Verlosungschancen noch steigern. Ein "Strava-Bekannter" von mir ist so in den Marathon reingekommen, also da scheint was dran zu sein. 4. General Entry (Ende August): Allgemeine Lotterie + Lotterie für die, die über Schiene 2 und 3 nicht reingekommen sind. Die Chancen sind hier nicht gut, aber irgendwer muss ja auch hier mal Glückspilz sein. 5. Und dann gibt es noch die Option Reiseveranstalter. Da kann es aber durchaus sein, dass die Nachfrage das Angebot übersteigt. Also auch kein "Selbstläufer". Zusammengefasst: Für das Projekt Tokio Marathon kann schon ein mehrjähriger Planungshorizont erforderlich sein. Achja, das sind die Optionen für Nicht-Japaner*innen. Für Japaner*innen scheinen die Chancen besser zu sei, aber ich kann mich auch täuschen. Die Benachrichtigung kommt pünktlich zum angekündigten Datum. Das hieß bei mir: Ich wurde ab ca. 01:00 regelmäßig wach. ![]() Anreise ANA fliegt (Stand 2025) ganzjährig ein paar Mal pro Woche VIE – HND. Ein Direktflug macht die elendslange Anreise um VIELES erträglicher – dafür kann man sich halt nicht den genauen Anreisetag aussuchen. Bei Austrian ist die Route leider erst im Sommerflugplan ab April enthalten (ebenfalls Stand 2025). Mangels viel Auswahl war meine Anreise Dienstag / Mittwoch. Für den Biorhythmus eine blöde Zeit. Abflug ca. 11:00 am Vormittag. Ankunft in Tokio ca. 07:00 – also gerade dann, wenn es in Wien langsam Schlafenszeit wird. Ich versuchte mich in den Schlaf zu zwingen, bei den dauernden Geräuschen auf einem Flug nicht einfach. Motorenlärm, Leute herumgehen, Essen (müssen diese Barbaren so mit dem Besteck klappern und können nicht wie anständige Leute die Teller ausschlecken? ![]() Fein immerhin: Die Ankunft war in Haneda, DEUTLICH näher zur Stadt als Narita. Wer sich's aussuchen kann, sollte diesen Flughafen anpeilen. Einreise war schnell und problemlos, die gute Organisation in Japan hat mich vielfach beeindruckt. Und man kommt zwar übernachtig an, ABER DAFÜR ERWARTEN EINEN KLOS MIT BEHEIZTER KLOBRILLE UND POSPÜLUNG!!! Vom Flughafen in die Stadt kommt man zwar grundsätzlich gut, aber ein paar Herausforderungen gibt es zwar schon: In Tokio werden die Verkehrsbetriebe von verschiedenen Anbietern betrieben – also quasi "Verkehrsbetriebe Tokio" vs. "Tokioter Verkehrsbetriebe" ![]() So eine Fahrt ins Stadtzentrum ist zwar an sich nicht schwierig, aber übernachtig mit Gepäck in der Rush Hour ist schon eine Herausforderung. Wenn dann noch bei einer großen Umsteige-Station Baustelle mit Umleitungen und gesperrten Auszügen ist kommt die Erkenntnis: Kann man so machen, muss man aber nicht. So oder so: Geschafft. Ich stehe nicht mehr bei Hamamatsuchō Station. ![]() Akklimatisierung Nach Ankunft Mittwoch Früh hieß es, den Tag irgendwie durchkämpfen. Immerhin ging sich am ersten Nachmittag ein Besuch des Kaiserpalasts aus, der sonst eh nicht gut in den Zeitplan gepasst hätte (zwei mal täglich Touren durch den Park). Der Palast war von bemerkenswerter, nunja, Unauffälligkeit. Anfangs spürte ich keinen Jet Lag sondern einfach nur unglaubliche Müdigkeit und Erschöpfung. Die erste Nacht schlief ich 13 Stunden. Schlecht, aber eben doch. Es war der Ausgleich zu nur 4 Stunden schlechten Schlaf während des Flugs. Am Donnerstag war dann schon etwas mehr Stadtbesichtigung möglich und auch ein Besuch bei der Marathonmesse. Über die Messe hatte ich schon furchtbare Berichte in der Marathon Majors FB Gruppe gelesen. SCHLECHT organisiert!!! VIEL ZU WENIG Merchandise!!! Die japanischen Größen sind KOMPLETT FALSCH!!! Tokio gehört der Majors Status ENTZOGEN!!! Manche hätten wohl am liebsten die Verantowrtlichen von ASICS Japan (als Marathon-Partner) gelyncht. Ich wollte es auf mich zukommen lasen. Merch ist schon nett, aber primär ging es mir schon um den Marathon selbst. Die Startnummernabholung selbst war sehr schnell, dann ging es von der Abholung weiter zum vermeintlichen Inferno. Ja, da war eine Schlange, bevor man in den ASICS Bereich hinein konnte. Aber so 15 bis 20 Minuten anstellen fand ich nicht schlimm. Es gab neben der Schlange auch QR Codes platziert, die direkt zur aktuellen Produktverfügbarkeit führten. Und wer sich das alles gar nicht antun wollte, konnte immer noch ein Stockwerk weiter unten bei allen anderen Ausstellern der Shoppingwut frönen. Paar Runden durch die Regale gedreht, hatte ich stylishe ASICS Novablast 5 Tokyo, ein schickes Kurzarmshirt und einen kuschligen Hoodie. Ich sah das Problem nicht. Lag aber wahrscheinlich an mir. Der Rest der Messe war nicht so berauschend. Die anderen Anbieter hatten die neusten Produkte ausgestellt. Aber eigentlich habe ich ja keinen Laufzeugs-Mangel, daher galt mein Interesse mehr den original Tokyo Marathon Artikel (hatte ich jetzt schon) oder Schnäppchen (gab es nicht). Also wanderten nur mehr Kekse mit dem Streckenplan drauf als Mitbringsel und eine Tokyo Marathon Bärin in die Tasche. Donnerstag Abend / Nacht schlug der Jet Lag dann zu. Während ich in der Nacht davor noch froh gewesen war, überhaupt zu schlafen, fiel es mir in der zweiten Nacht schwer, so früh einzuschlafen und entsprechend früh aufzuwachen), aber es klappte dann doch einigermaßen. Startbesichtigung Der Plan des Starts sah verwirrend aus. Zwar war ich schon zuversichtlich, am Sonntag alles zu finden, aber ich wollte nicht unnötig Zeit verlieren. Außerdem ist der Start beim Tokyo Metropolitan Government Building, einem Wolkenkratzer mit kostenloser Aussichtsplattform, also ohnehin einen Besuch wert. Mit der Orientierung dort fühlte ich mich schon etwas wohler und ich verbrachte den restlichen Tag mit ein wenig Spazierengehen und Sightseeing in dieser Gegend. Die Wege waren jedes Mal WEIT. Öffentlicher Verkehr ist Tokio ist zwar großartig, aber die Stadt ist so gewaltig, dass man bei Fahrten nur innerhalb des Zentrums schon mal 30 bis 45 Minuten unterwegs ist. Die SUICA Card hatte ich inzwischen auch, es gab sie unter Anderem bei Tokyo Station. Bei Neukauf war Bezahlung mit Kreditkarte möglich, aber für Wiederaufladen bei den Automaten war wieder Cash gefragt. Vielleicht hat Japan ja auch das Recht auf Bargeld in der Verfassung, wer weiß ... ![]() Laufvorbereitungen Nach der dritten Nacht war ich einigermaßen akklimatisiert. Meine Läufe vor dem Marathon machte ich regelmäßig um den Kaiserpalast herum. Eine der Haupt-Laufstrecken in Tokio. Eine etwas über 5 km lange Runde. Dagegen darf ich als PHA-Läuferin ja nichts sagen. ![]() Am Sumida River sah ich auch eine Laufstrecke. Schöner, aber weiter weg. Bei einem längeren Aufenthalt würde ich wahrscheinlich auch dort laufen. Bekleidungsmäßig hatte ich wir alle Eventualitäten eingepackt. Es zeichnete sich aber ab, dass es warm werden würde. März gibt es angeblich in Tokio stabil schönes Wetter. Es war dieses Mal aber besonders warm, in unseren Begriffen spätfrühlingshaft. Für den Renntag waren bis zu 20°C erwartet. Nach dem gefühlt ewig langen Winter klang das für mich erstmal sympathisch, sollte dann aber doch ein kleines Problem werden. Beim Essen wollte ich am Vortag logischerweise vorsichtig sein. Mit gebratenem Reis kann ich nichts falsch machen Dachte ich. Renntag Die Wegwerfkleidung, die ich für den Start mit hatte, war nicht erforderlich. Die Kleidung von der Anreise konnte ich in einem Startersack abgeben und wurde zum Ziel transportiert – für einen großen Marathon richtig ungewohnt. Im Startbereich angekommen hieß es Mal SEHR lange beim WC Schlange stehen. Ich hätte mir den Plan vom Startbereich noch genauer einprägen sollen. Es gab angeblich noch mehr WCs. Leider nicht entdeckt. Für die Semi-Elite gab es in einer Garage einen eigenen Aufwärmbereich mit ausreichend Platz, was ich sehr angenehm empfand. Eigene WCs hätte ich allerdings auch gern gehabt. Auf dem Weg in den Startblock eine Etage und dort noch ein paar Meter joggend entdeckt ich noch weitere WCs. Zwar ohne sehr lange Schlange, aber es war auch nicht mehr lange bis zum Start. Um 08:55 mussten wir im Startblock sein. Und in Japan herrscht ganz offensichtlich nicht das Motto "Ah des geht scho!" Um 08:57 war ich dann im Startblock, alles gut gegangen. Von den bereits Anwesenden stand ich wirklich im VORDERSTEN Bereich. Die Elite kam erst später, in der letzten Minute. Ich sah sie in den Startblock laufen, das war richtig beeindruckend. Zum Kleider-Einsammeln gab es Boxen und Helfer mit Beuteln, aber als wir uns im Startblock der letzten Schichten entledigen wollten, war gerade niemand da. Auf den Boden werfen war aber auch tabu, also bekam ein Race Official (so sein Schild) Wegwerfshirts und Plastikponchos in die Hand gedrückt. Vielleicht war es der Rennleiter? Ich weiß es nicht. ![]() Das Rennen Ich erinnerte mich grob an den Beginn der Strecke. Gleich nach dem Start eine 90° Linkskurve, gefolgt von noch einer. Ich versuchte mich also links zu positionieren und den Start heil zu überstehen. Alles andere war primär. ![]() ![]() Nach einiger Zeit spürte ich aber Magenzwicken. Der gebratene Reis vom Samstag und die etwas gestressten WC-Besuche in der Früh waren nicht die ideale Kombination. Irgendwann tat es so richtig weh und ich stellte mich auf einen WC-Stopp ein. Nun sind die WCs in Tokio manchmal leider einige 100 m von der Strecke entfernt. Ich strengte also meine Adleraugen an: Konnte ich die Dixis von der Strecke aus sehen? Wenn nicht, weiterlaufen bis zur nächsten Marke. Bei km 17 war es dann soweit. Auch diese gut organisiert: Streckenposten sicherte sie gegen Passanten ab und ordneten den Andrang, so dass niemand warten musste. Als ich die WCs anpeilte, gab es keinen Andrang, aber beim Weglaufen konnte ich es beobachten. 5:13 für diesen Kilometer – das ging ja noch. Auch die Labestationen waren speziell. Die Tische waren den Endziffern der Startnummern zugeordnet. Zuerst Endziffer 1 und 2, dann 3 und 4 usw. bis 9 und 0. Einerseits gut, da das vermied, dass alle zum ersten Tisch hinstürzen, andererseits war die zugeordnete Zone dann recht kurz, so dass es sich nur schwer ausging, mehrere Becher aufzunehmen. Dafür gab es für Experimentierfreudige auch viele spannnende Snacks – Jelly, eingelegtes Obst und Gemüse – nein danke, ich hatte mein Magenabenteuer schon ... Die Getränkeverpflegung ging einige Zeit gut, aber irgendwann spürte ich: Ich trinke zu wenig. Ich bin ja immer durstig, trinke schon bei einem 10-km-Lauf am liebsten drei Mal, wenn es möglich ist, und irgendwann wurde mir schwummrig. Dagegen gab eine einfache Lösung: Ich tat das, was viele andere um mich auch schon längst taten: Ich steuerte bei km 20 "illegal" mehrere Tische an und nahm mehrmals Becher. Super Idee, nur: Nach diesem Trink-Exzess bekam ich umgehend heftige Krämpfe im Zwerchfell. Ich versuchte es mit langsamerem Laufen, ich massierte leicht – nichts. Da half nur eine Gehpause. Unmittelbar vor der Halbmarathonmarke, die ich nach 1:26:39 erreichte, trabte ich wieder an. Für km 22 brauchte ich 5:14. Nicht erfreulich, aber auch noch keine Katastrophe. Dass ich nicht in Topform war, war mir schon vor dem Marathon bewusst. Der Erfolg war schon, überhaupt am Start zu stehen. Ob ich 2:52 oder 2.55 laufen würde, wäre kein großer Unterschied. Nur bitte sollte keine weitere Panne geschehen! Km 23 war dann schon wieder in 4:18, ab 23 wieder, je nach Steigungen, zwischen 4:02 und 4:13. Aber es war mit den Problemen leider noch nicht vorbei. Ab km 31 regte sich leichtes Seitenstechen. Nicht schlimm, kein Vergleich mit den Schwierigkeiten 10 km davor, aber doch spürbar, unangenehm und störend. Wenn ich versuchte, Gas zu geben, wurde es mehr, so musste ich vorsichtig dosieren. Ich wollte bei meinem möglicherweise einzigen Tokio Marathon kein DNF riskieren, also war es ein Auf und Ab um die Schmerzgrenze herum. In dieser Phase kam auch das letzte Hin-und-Zurück-Stück der Strecke. Insgesamt sind 28 Kilometer der Strecke ein Hin-und-Zurück, aber immerhin entweder kurz oder durch Kurven und Abbiegungen abwechslungsreicher. Von km 34 bis 41 geht es aber weitgehend geradeaus 3,5 km hin und die gleichen 3,5 km zurück. Das zerrt schon an den Nerven! https://www.marathon.tokyo/en/about/course/ Da ich aber jetzt das Rennen nicht im Finale versemmeln wollte, hieß es geduldig und hartnäckig bleiben. Einfach Meter für Meter voran. Je nach Wellen, Buckeln und Wind zwischen 4:11 und 4:20 – also immer noch im grünen Bereich. Hauptsächlich wollte ich unter 3 Stunden bleiben, aber ein paar Minuten mehr darunter wären mir schon recht gewesen. So rollte ich zwischen km 39 und 40 dahin. Zwar mühsam, aber tendenziell doch überholend. Die anderen litten noch mehr und durch meine Gehpause hatte ich auch ausreichend Potenzial für Überholen. Ohne besondere Gedanken fiel mir eine Frau vor mir auf, der ich näher kam. Groß, dunkelblonder kurzer Pferdeschweif, zyklamfarbenes Outfit, guter Laufstil. Wahrscheinlich fiel sie mir auf, weil ich runderherum wesentlich mehr Männer sah. Der Tokio Marathon hat einen ziemlich geringen Frauenanteil. Als ich näher kam, begann mein Hirn auf einmal zu arbeiten. Ein Ausruf eines Zuschauers half nach: Ich war gerade dabei, Paula Racliffe zu überholen! Ein Blick über meine rechte Schulter bestätigte es. Se hatte kein simple Sartnumer mit irgendwelchen Ziffern montiert, sondern (natürlich) eine Nummer mit ihrem Namen. Ja, wirklich: 10 Jahre nach ihrem Rücktritt läuft Paula Radcliffe wieder Marathon. In Tokio und Boston – und ich überhole sie gerade! Das war ein Erlebnis. Aber auch etwas unangenehm. Eine Ikone, ein Idol abzuhängen – so etwas macht frau doch nicht?!? Viel Zeit darüber nachzudenken hatte ich aber nicht. Ich war mit meinem eigenen Lauf ausreichend beschäftigt. Die Zeit ging jetzt schon Richtung 2:56 oder womöglich 2:57. Das wollte ich dann doch nicht. Also auf den letzten 2 Kilometern die Zähne zusammenbeißen und noch Mal Gas geben. Die 2:56 absichern oder vielleicht sogar eine 2:55 rausreißen. Ja, ich wusste schon: Kein großer Unterschied. Aber einfach es so irgendwie austrudeln lassen, das bringe ich nicht fertig. Spannenderweise war auch das Seitenstechen kein Thema mehr, es war einfach vorbei. Also konnte ich Gas geben. Kilometer 41 in 4:09,5, Kilometer 4:00,6. An das letzte Stück erinnerte ich mich aus Fernsehüberragungen. Ein Stück Pflastersteine, das aber in Realität ganz harmlos war. Flache Stenplatten ohne Stolpergefahr. Und danach ging es nochmal links und geradeaus ins Ziel. KM 42 – 2:55:15. Gas geben, aber das sollte sich ausgehen! Im Ziel in 2:55:55! Nicht mein ursprüngliches Ziel ereicht. Ins Training war ich mit der Absicht gegangen, wieder unter 2:50 zu laufen. Aber nach der durchwachsenen Vorbereitung und der Probleme an dem Tag ein Ergebnis, mit dem ich zufrieden sein konnte. 8
berichte / 2025-03-02 Tokyo Marathon - cbendl« Letzter Beitrag von Berichte am 23.03.2025, 20:13:47 »9
lauftreff / Antw:11.Geburtstagslauf - 25.12.2024« Letzter Beitrag von ambergimwald am 27.12.2024, 21:21:52 »danke für Eure Glückwünsche und natürlich auch fürs Mitlaufen
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lauftreff / Antw:11.Geburtstagslauf - 25.12.2024« Letzter Beitrag von Ulrich am 25.12.2024, 14:55:21 »![]() |